UNICEF: Trotz Fortschritten wächst die soziale Kluft

Seit 1990 ist die Kindersterblichkeit weltweit deutlich gesunken. Allerdings profitieren gerade Kinder aus den ärmsten Bevölkerungsschichten nicht von den Fortschritten, wie UNICEF zehn Jahre nach Verabschiedung der Milleniums-Entwicklungsziele beklagt.
Millionen könnten gerettet werden, wenn sich die internationale Entwicklungshilfe gezielt auf die am stärksten benachteiligten Familien konzentrieren würde, schreibt das Kinderhilfswerk in dem am Dienstag veröffentlichten Bericht „Fortschritt für Kinder“.

Es gebe eine große Kluft beim Zugang zu einer sozialen und medizinischen Grundversorgung für Kinder – zwischen den Industrieländern und den Entwicklungsländern, zwischen den ärmsten und den wohlhabendsten Bevölkerungsgruppen innerhalb der Länder, zwischen städtischen und ländlichen Gebieten sowie zwischen Jungen und Mädchen, erklärt UNICEF.

So seien Untergewicht und chronische Unterernährung vor allem bei den ärmsten Kindern im südlichen Afrika und in Südasien verbreitet. Kinder auf dem Land seien fast doppelt so gefährdet, dadurch in ihrer Entwicklung geschädigt zu werden als Kinder aus der Stadt.

Auch gingen heute zwar mehr Kinder zur Schule als jemals zuvor, berichtet UNICEF. Aber immer noch hätten über 100 Millionen von ihnen keine Schulbildung. Dabei seien Kinder aus benachteiligten Familien sowie Mädchen besonders häufig ausgeschlossen. Vor allem beim Zugang zu weiterführenden Schulen seien Mädchen weiterhin benachteiligt. Und trotz Fortschritten bei der Aids-Aufklärung sei das Infektionsrisiko bei Mädchen vor allem im südlichen Afrika deutlich höher als bei Jungen.

Vom 20. bis 22. September 2010 hat UN-Generalsekretär Ban Ki-moon ein Gipfeltreffen der Vereinten Nationen in New York einberufen. Dort soll zehn Jahre nach der Verabschiedung der Millenniumsziele Bilanz gezogen werden.

Im Jahr 2000 hatten alle Regierungen versprochen, bis zum Jahr 2015 einen Katalog von acht messbaren Zielen zur Überwindung von Armut und Unterentwicklung umzusetzen. Die Kindersterblichkeit zum Beispiel soll bis dahin um zwei Drittel gesenkt werden.

Quelle: www.aerzteblatt.de

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