EU-weites Bio-Siegel in Kraft

Am 1. Juli 2010 trat das neue EU-Bio-Logo zusammen mit den neuen EU-Vorschriften für die Kennzeichnung von Bio-Lebensmitteln in Kraft. Alle verpackten Bioprodukte, die in einem EU-Mitgliedsland hergestellt wurden und die strengen Normen erfüllen, müssen dann mit dem sogenannten "Euro-Blatt" gekennzeichnet werden.

Wenn sich Konsumenten entscheiden, biologisch hergestellte Produkte zu kaufen, müssen sie sichergehen können, dass sie genau das bekommen, wofür sie bezahlen. Das Bio-Logo und das Kennzeichnungssystem machen dies möglich. Sie wurden entwickelt, damit die Lonsumente darauf vertrauen können, dass die Ware, die sie kaufen, exakt gemäß der EU-Verordnung für biologische Landwirtschaft produziert wurde oder im Fall von Importgütern entsprechend gleichwertiger Regeln herstellt wurde.

Zertifizierung

Die Erzeugung und Platzierung der Bioerzeugnisse mit Kennzeichnung und Logo auf dem EU-Markt folgt einem strengen Zertifizierungsprozess, der eingehalten werden muss. Konventionelle Bauern müssen zuerst eine Umstellungsphase von mindestens zwei Jahren einhalten, bevor sie mit der Produktion landwirtschaftlicher Produkte beginnen können, die als biologisch vermarktet werden können. Falls sie sowohl konventionelle als auch biologische Ware produzieren wollen, müssen beide Herstellungsprozesse klar voneinander abgegrenzt sein. Sowohl Bauern als auch die weiteren Verarbeiter müssen zu jeder Zeit die entsprechenden Regeln der EU-Verordnung berücksichtigen und müssen sich Kontrollen durch Kontrollbehörden oder Kontrollstellen unterziehen, die gewährleisten, dass die Bioregelungen eingehalten werden. Produzenten, die alle Anforderungen erfüllen, wird eine Biozertifizierung verliehen. Fortan können sie ihre Ware als biologisch kennzeichnen.

Klarheit

Die Verordnung beinhaltet strenge Regeln bezüglich der Kennzeichnung und Verwendung des Logos, um Irritationen bei den Konsumenten oder potenziellen Missbrauch zu verhindern: Bezeichnungen wie „biologisch“, „Bio“, „öko“ usw. dürfen keinesfalls für nicht biologische Erzeugnisse verwendet werden, da diese den Konsumenten irreführen können, indem sie vorgeben, dass ein Erzeugnis oder seine Inhaltsstoffe den Anforderungen in der EU-Bioverordnung entsprechen würden. Zusätzlich darf die Biokennzeichnung nicht für ein Erzeugnis verwendet werden, das GVOs enthält.

Die Angaben

Um Ihr Vertrauen zu stärken, müssen nach dem Gesetz alle als biologisch gekennzeichneten Erzeugnisse den Namen des Beteiligten tragen, der das Erzeugnis als letztes verarbeitet oder weitergegeben hat, so z. B. des Erzeugers, des Verarbeiters oder des Großhändlers und außerdem den Namen oder Kontrollcode der Kontrollstelle.

Das Logo

Das EU-Bio-Logo und die Biokennzeichnungen der EU-Mitgliedsländer werden zusätzlich zur Kennzeichnung der Kontrollstelle benutzt und erhöhen die Präsenz der Biolebensmittel und -getränke für die Konsumenten. Somit können Konsumenten, die Erzeugnisse mit dem EU-Logo kaufen, sicher sein,dass:
  • mindestens 95% der Inhaltsstoffe landwirtschaftlicher Herkunft biologisch produziert wurden;
  • das Erzeugnis mit den Regeln des offiziellen Kontrollprogramms übereinstimmt;
  • das Produkt direkt vom Erzeuger oder Verarbeiter in einer versiegelten Verpackung kommt;
  • das Erzeugnis den Namen des Erzeugers, des Verarbeiters oder Großhändlers und den Namen oder den Kontrollcode der Kontrollstelle trägt.

Die Kennzeichnungspflicht mit dem EU-Bio-Logo tritt am 1. Juli 2010 für vorverpackte Biolebensmittel in Kraft. Importierte Produkte können weiterhin auf freiwilliger Basis damit gekennzeichnet werden. Auf Produkten, die in Zukunft das EU-Bio-Logo tragen werden, wird darüber hinaus der Ort angegeben werden, an dem die landwirtschaftlichen Rohmaterialien angebaut wurden. Die Angabe kann „EU“, „Nicht-EU“ oder den Namen des jeweiligen Landes innerhalb oder außerhalb der EU beinhalten, in dem das Erzeugnis oder seine Rohmaterialien angebaut wurden. Sollten Bioproduzenten ihre Erzeugnisse in mehreren EU-Mitgliedsländern verkaufen wollen, kann es erforderlich sein, zusätzliche, auf diesen Märkten anerkannte Logos zu verwenden. Die Benutzung des EU-Bio-Logos kann diese doppelte Kennzeichnung überflüssig machen, da das Logo in der gesamten EU anerkannt ist.

Die Kontrollen

Nachdem der Umstellungsprozess vollständig abgeschlossen ist, werden die Landwirte weiterhin jährlich umfangreichen Kontrollen unterworfen. Diese schließen Folgendes ein: Kontrollen der Belege über Kauf und Verkauf, Viehbestand und medizinische Logbücher usw. mögliche Probennahmen Kontrolle der Innen- und Außenbedingungen für den Viehbestand Kontrollen der Felder, Obstgärten, Gewächshäuser und Weiden Kontrolleure können zusätzliche Kontrollen und Besuche „vor Ort“ für solche Akteure einplanen, die ein höheres Risiko darstellen. Jedes EU-Mitgliedsland hat ein Kontrollsystem mit Kontrollbehörden oder privaten Kontrollstellen aufgebaut, die die Kontrollen und Zertifizierung der Bioerzeugnisse durchführen.

Nichterfüllung

Falls Beteiligte die Anforderungen nicht erfüllen, kann ihnen das Biozertifikat entzogen und das Recht aberkannt werden, ihre Erzeugnisse als biologisch zu vermarkten.

Quelle: http://ec.europa.eu/ 

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