EU-Bürger befürchten wachsende Armut

Viele EU-Bürger haben zunehmend Schwierigkeiten, finanziell über die Runden zu kommen. Ein Sechstel der Europäer hat permanent Probleme bei der Zahlung von Haushaltsrechnungen, und drei Viertel glauben, dass die Armut in ihrem Land 2009 zugenommen hat. Dies sind die Kernaussagen einer neuen Eurobarometer-Umfrage über die sozialen Auswirkungen der Krise, die die EU-Kommission am 22.06.2010 vorgestellt hat.

In Deutschland gaben 12% der Befragten an, in den letzten 12 Monaten nicht über genügend Geld für die Bezahlung von Rechnungen und Lebensmitteln verfügt zu haben (Durchschnitt in den 27 EU-Ländern: 17%). 55% der Deutschen schätzten, dass mindestens 20% der Bevölkerung in Deutschland in Armut lebt (EU27: 61%).

Insgesamt glauben die EU-Bürger, dass die Armut 2009 überall zugenommen hat: 6 von 10 glauben, die Armut hat in ihrem lokalen Umfeld zugenommen und 60% denken, die Armut hat in der ganzen EU zugenommen. Ein Sechstel der Europäer gab an, dass mindestens einmal im letzten Jahr in ihrem Haushalt nicht genug Geld zur Bezahlung laufender Rechnungen oder zum Kauf von Lebensmitteln oder Artikeln des täglichen Bedarfs vorhanden war. 20% hatten zum Zeitpunkt der Umfrage (Mai 2010) Schwierigkeiten mit der pünktlichen Bezahlung von Haushaltsrechnungen und Kreditverpflichtungen. Etwa 3 von 10 Europäern berichteten, dass es in den letzten sechs Monaten schwieriger geworden ist, die Mittel für Gesundheitsfürsorge, Kinderbetreuung oder Langzeitpflege für sie selber oder ihre Familienangehörigen aufzubringen. 18% der befragten Erwerbstätigen waren sich nicht sicher, ob sie ihren gegenwärtigen Arbeitsplatz in den kommenden 12 Monaten behalten werden.

Die öffentliche Wahrnehmung der sozialen Auswirkungen der Krise, die im Herbst 2008 ausgebrochen ist, wird seit Juni 2009 durch spezielle Eurobarometer-Umfragen regelmäßig überwacht. Bei dieser letzten Erhebung wurden 25 600 Bürger in allen EU-Mitgliedstaaten vorwiegend per Telefon befragt. Die Erhebung fand vom 18. bis 22. Mai 2010 auf der Grundlage einer Zufallsauswahl statt. Die Umfrage gibt ein Abbild der Situation im Europäischen Jahr gegen die Armut 2010.

Quelle: http://ec.europa.eu

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