Phasenweise: Der Strukturierte Dialog in der Umsetzung

Mit Spannung wird erwartet, wie es mit in Deutschland weitergeht mit der Fortführung des Strukturierten Dialogs, der die Umsetzung der EU-Jugendstrategie begleitet.

Nachdem die neue EU-Jugendstrategie Ende letzten Jahres die Fortführung des Strukturierten Dialogs beschlossen und dessen Umsetzung in einem Anhang konkretisiert hatte startete Anfang 2010 der erste Zyklus des Strukturierten Dialogs zum Thema Jugendbeschäftigung.

Diese erste Phase, bei dem vorrangig die Erwartungen junger Menschen gesammelt wurden, fand ihren Höhepunkt in der Europäischen Jugendkonferenz in Jerez/Spanien vom 13.-15.4.2010, an der etwa 100 Jugenddelegierte und 90 politische Entscheidungsträger die Themen „Jugendbeschäftigung und soziale Eingliederung“ diskutierten.

Unter den dort von den europäischen Jugenddelegierten formulierten Prioritäten waren u.a. die Notwendigkeit der Anerkennung nicht formaler Lernerfahrungen sowie die Unterstützung von neuen Ideen und Ansätzen, um den Zugang zu EU Mitteln und –Förderprogrammen zu erleichtern. Außerdem war es den Delegierten ein besonderes Anliegen, den Schutz junger Menschen vor prekären Arbeitsverhältnissen und -verträgen zu fordern sowie die Unterstützung und Förderung von Freiwilligenaktivitäten.

Nun beginnt die zweite Phase der nationalen Konsultationen, in der es bis September um die Identifizierung von konkreten Maßnahmen geht, die sich den formulierten Prioritäten widmen. Die dritte Phase schließlich wird dann der politischen Umsetzung der vereinbarten Zielsetzungen und Maßnahmen dienen.

Der europäische Lenkungsausschuss für den Strukturierten Dialog, der aus Vertretern der für Jugendfragen zuständigen Ministerien, der nationalen Jugendräte, der Nationalagenturen des Programms JUGEND IN AKTION, der EU-Kommission sowie des Europäischen Jugendforums besteht, ruft die Nationalen Arbeitsgruppen auf, die Konsultationen und den Dialog für die zweite Phase zu starten, um bis zum 5. September konkrete Ergebnisse zu liefern.

Der Strukturierte Dialog in Deutschland

Die EU-Jugendstrategie, die ja erst Ende November 2009 verabschiedet wurde, legte den Start der 1. Phase des Strukturierten Dialogs bereits auf Anfang Januar 2010. Für die EU-Jugendkonferenz in Spanien mussten die Ergebnisse aus den nationalen Konsultationsprozessen bereits Mitte März feststehen.

Aufgrund dieses sehr ambitionierten Zeitplans ist es in Deutschland (und in 12 weiteren EU-Ländern)nicht gelungen, eine Nationale Arbeitsgruppe zu implementieren, die so schnell einen breiten Konsultationsprozess hätte organisieren können. Unter Federführung des DBJR soll aber bis zur Sommerpause eine solche Arbeitsgruppe einberufen werden. Geplant ist eine nationale Koordinierungsstelle für die Umsetzung des Strukturierten Dialogs in Deutschland mit Sitz beim DBJR, die vom BMFSFJ gefördert werden soll. Die Entscheidung darüber wird in diesen Tagen getroffen.

Damit wird auch für die zweite Dialogphase die Zeit knapp. Voraussehbar ist auch hier, dass es keinen breiten Konsultationsprozess geben wird, der bis September valide Ergebnisse liefern kann. Für die Zeit danach besteht aber berechtigte Hoffnung, dass es in Deutschland gelingen kann, einen Dialogprozess in Gang zu setzen.

 

Quelle: http://www.jugendpolitikineuropa.de 

 

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