Deutschland, Österreich und die Schweiz gemeinsam gegen sexuelle Ausbeutung von Kindern im Tourismus

Rund zwei Millionen Kinder jährlich sind von sexueller Gewalt und Ausbeutung in Reiseländern betroffen. Deshalb startet heute (Montag) in Deutschland, Österreich und der Schweiz eine Aufklärungskampagne zum Schutz von Kindern vor sexueller Ausbeutung im Tourismus. Getragen wird die gemeinsame Kampagne vom Bundesfamilienministerium, dem Bundeswirtschaftsministerium, dem Bundeskriminalamt, der Arbeitsgemeinschaft zum Schutz der Kinder vor sexueller Ausbeutung (ECPAT) und dem Deutschen Reiseverband.

Auf einer Pressekonferenz am 27.09.2010 in Berlin wurde die Unterstützung der Bundesregierung für diese Initiative erdeutlicht.

Die Kampagne beruht auf zwei Säulen:

  • eine länderübergreifende Aufklärungskampagne im deutschsprachigen Raum, die sich direkt an Reisende richtet, unter anderem durch einen Filmspot.
  • Die Einrichtung einer polizeilichen Meldeadresse in allen drei Ländern, an die sich Reisende wenden können. 

Der Filmspot "Witness - Zeuge" soll in allen drei Ländern zum Beispiel auf Flughäfen und während des Fluges, in Bahnhöfen und in Hotels gezeigt werden. Botschaft des 45 Sekunden dauernden Spots ist: "Wir können sexuellen Missbrauch von Kindern verhindern, wenn wir nicht wegsehen."Am Ende des Filmes werden die Meldeadressen aller drei Länder im Internet eingeblendet. In Deutschland lautet die Adresse:

Kooperationspartner der Aktion sind die jeweiligen Familien-, Justiz- und Wirtschaftsministerien der drei Länder, Nichtregierungsorganisationen und die nationalen Reiseverbände.

Die Bundesregierung unterstützt die Initiative nachhaltig. Der Aktionsplan der Bundesregierung zum Schutz von Kindern und Jugendlichen vor sexueller Gewalt und Ausbeutung aus dem Jahr 2003 soll mit konkreten Maßnahmen weiterentwickelt werden. Ein Handlungsschwerpunkt wird der Bereich der sexuellen Ausbeutung von Kindern im Tourismus sein. Das Bundesfamilienministerium hat bereits in der Vergangenheit die Organisation ECPAT bei Schulungen vor Ort unterstützt. Bei den Schulungen werden ganz verschiedene Akteure im Tourismussektor – von Auszubildenden und Studierenden über Mitarbeiter und Führungskräfte – darüber informiert, wie sie Verantwortung gegenüber sexuell ausgebeuteten oder gefährdeten Kindern und Jugendlichen übernehmen können. In Zukunft sollen diese Fortbildungen nun auch gemeinsam mit der Schweiz und Österreich erfolgen.

Laut UNICEF werden weltweit jährlich rund zwei Millionen Mädchen und Jungen Opfer von kommerzieller sexueller Ausbeutung.  

>Quelle: www.bmfsfj.de
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